Liebe Freund_innen, liebe Genoss_innen,
am 17.01. ruft ein Bündnis verschiedener Gruppen zur Demo durch Connewitz auf. Anlass sind unter anderem Übergriffe auf palästinasolidarische Menschen in Connewitz.
Wir finden es grundlegend falsch, dass Jule Nagel als Feindin markiert und für diese Übergriffe verantwortlich gemacht wird.
Dass kategorisch allen Connewitzer_innen abgesprochen wird, Antifaschist_innen zu sein, lehnen wir ab. Vielen dieser Menschen haben wir zu verdanken, dass wir in Leipzig auf langjährige und stabile linke Infrastruktur zurückgreifen können.
Insbesondere mit dem linXXnet verbindet uns eine lange Zeit in gemeinsamen Kämpfen – antifaschistischen, antirassistischen, gegen Antisemitismus oder für Klimagerechtigkeit.
Die Benennung rassistischer Strukturen und Angriffe innerhalb der Szene und ihren Kiezen ist uns wichtig.
Wir verurteilen Angriffe auf palästinasolidarische Menschen, muslimfeindliche Anfeindungen in Connewitz sowie Angriffe auf antisemitismuskritische Kundgebungen und Strukturen – Connewitz sollte ein Ort politischer Entfaltung für alle sein.
Dazu gehört auch, dass Menschen mit Kufiya keinen Angriffen und Anfeindungen ausgesetzt werden dürfen und vor staatlichen Repressionen geschützt werden sollten.
Wir weigern uns jedoch, uns in innerlinken Grabenkämpfen zu verlieren. So wie die Welt gerade ist, können weder wir noch andere Linke sich das leisten.
Wir sind überzeugt, dass es wichtig ist, kompromiss- und diskussionsbereit zu bleiben.
Dafür helfen uns einfache Freund-/Feind-Bestimmungen nicht weiter.
Dieses Statement ist keine Positionierung zu Palästina und Israel. Wir haben als Gruppe keine einstimmige Haltung dazu, wir versuchen Widersprüche und verschiedene Perspektiven auszuhalten. Das gelingt uns mal besser und mal schlechter.
Einig sind wir uns aber definitiv in folgendem Punkt:
Wir stehen mit allen undogmatischen Linken und linken Orten in Leipzig, Sachsen und überall, die für eine vielfältige Debatte und Aktion eintreten!


